Bildpaare und Serien in Lissabon

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Im Herbst war ich mit der Insider Fototour von und mit Carola Schmitt in Lissabon. In Barcelona war ich auch schon mit und dort ging es vor allem um Architektur und Streetphotography. In Lissabon lag der Fokus und Bildpaaren und Serien. Das war für mich sehr spannend, denn so habe ich Fotos noch nie geplant.

Nach einem Jahr hier im Blog und einem wilden Bildermix sowie gelegentlichen Themenwochen, bin ich nach dem einjährigen Jubiläum dazu übergegangen fast nur noch Themenwochen zu machen. Somit war ich schon etwas vorbelastet, dass ich dadurch immer in sieben Bildern zu einem Thema denke. Die Aufgabenstellung beim Workshop war für mich also neu, aber nicht gänzlich fremd.

Am ersten Tag ging es nach der Theorie am Vormittag nachmittags auf den Praça do Comércio und zum Warmwerden musste jeder eine “see the bigger picture” Aufgabenkarte ziehen (zu den Karten und der dazugehörigen App werde ich noch einen eigenen Beitrag schreiben). Ich hatte die Detailkarte erwischt und habe mir dann gedacht, dass ich Hände mit Smartphones fotografiere. Bei einem Feedback zwischendrin hat mich dann Carola zurückgepfiffen, da das zu “billig” sei. Also habe ich mich auf Hände ohne Smartphones konzentriert. Zum Einstieg fand ich die Übung super.

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Ein Produkt aus dieser Aufgabe aus dem Teil mit den Smartphones habe ich dann aber später doch noch in einem Bildpaar verwendet. Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich mich für die Farbe blau als Klammer entschieden.

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Für ein weiteres Bildpaar habe ich mich für Kreuze entschieden. Dieses Bild besteht zum einen aus dem Bodenbelag des Praça do Comércio und zum anderen aus einer Straßenbahnhaltestelle am Cais do Sodré.

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Am zweiten Tag war die Aufgabe morgens (bevor die ganzen Touristen den Platz bevölkern) zum Rossio (offiziell Praça de D. Pedro IV) zu gehen und eine Serie Groß-Mittel-Klein zu erstellen. Bei der noch tiefstehenden Sonne war mir sehr schnell klar, dass ich mit den Größen der Objekte spielen wollte, die einen Schatten werfen.

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Eine weitere Aufgabe war es auf dem Flohmarkt Sao Vincente ein Objekt für 2-3 EUR zu kaufen und später in Szene zu setzen. An die Vorgabe habe ich mich nicht gehalten, denn trotz handelns war ich bei über 10 EUR gelandet für mein Objekt. Das Metallmodell der historischen Straßenbahn fand ich aber so knuffig, dass ich daran nicht vorbeigehen konnte.

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Für Lissabon habe ich mich interessiert seit ich das erste Mal ein Bild von den historischen Trams gesehen habe, die dort noch regulär im Linienbetrieb fahren. Von daher war auch klar, dass ich die Straßenbahnen als Wochenthema für die Collage gewählt habe. Jeder Teilnehmer musste sich ein Thema wählen und daraus eine Serie am Ende präsentieren. Für mich war das sehr einfach, aber andere Teilnehmer haben sich damit etwas schwer getan. Das Layout für meine Collage stand schon recht früh, aber ein Bild dafür habe ich noch am letzten Tag vor dem Frühstück gemacht, um die Serie zu komplettieren.

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Zur Inspiration hatte Carola das Buch “Die Fotoserie” von Harald Mante im Apartment ausgelegt. Das Programm war allerdings so intensiv, dass ich keine Zeit hatte groß in dem Buch zu stöbern und somit habe ich es mir im Nachgang selbst zugelegt. Der Workshop hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, da die Gruppe auch sehr gut zusammengepasst hat. Auch wenn ich geschrieben habe, dass es intensiv war, war es positiver Stress. Alle Bilder in diesem Beitrag sind die JPGs aus der Kamera, da die Übertagungs-, Auswahl- und Bearbeitungszeiten begrenzt waren. Deshalb habe ich auf eine RAW-Entwicklung verzichtet und nur die JPGs ausgerichtet, beschnitten und zu den Serien bzw. Bildpaaren zusammengefügt. Das passt für mich aber, denn ich bin ja eine Woche in Lissabon, um zu fotografieren und nicht im Apartment vor dem Laptop zu sitzen.

Ich kann den Workshop nur empfehlen, da ich wieder Aufgaben gestellt bekommen habe bei denen ich mitunter wieder außerhalb meiner Komfortzone fotografieren musste. Genau das sind die Situationen in denen ich fotografisch weiterkomme und nach mehreren Workshops fällt es mir immer leichter, mich auf neue bzw. andersartige Aufgaben einzustellen. Andere Teilnehmer hatten damit mehr Probleme, aber ich mag diese neuen Herausforderungen.

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Leider bin ich danach zu Hause noch nicht dazu gekommen, Serien oder Bildpaare zu erstellen. Gerade in der heimischen Umgebung, in der man schon fast alles fotografiert hat, finde ich das einen interessanten Ansatz. Von daher habe ich mir für 2017 vorgenommen, konzeptioneller vorzugehen. Zu den guten Vorsätzen für das neue Jahr bezogen auf den Blog werde ich aber auch noch einen eigenen Beitrag schreiben.

2 Kommentare

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