Blog Geartalk

Vorbereitung Lofoten – Das G.A.S. schlägt zu

Natürlich standen die Lofoten schon lange auf meiner Bucketlist, aber konkret hatte ich dafür noch keine Reiseplanung. Letzten Sommer kontaktierten mich die anderen Teilnehmer der Islandreise 2018 und erzählten mir, dass sie sich in Hamburg zum Fotografieren treffen würden. Bei der Gelegenheit sollte gleichzeitig über eine gemeinsame Fotoreise auf die Lofoten gesprochen werden.

Bei dem Stichwort konnte ich nicht anders, als nach Hamburg zu dem Treffen zu fahren. Ein paar Teilnehmer der Islandreise waren im Frühjahr 2019 auf den Lofoten gewesen, wollten wieder hinfahren und hatten ein Fotobuch mit den Bildern der Reise mit. Ich war sofort hin und weg. Die Gruppe hatte bei ihrer Reise unverschämtes Glück mit dem Wetter und konnte nur einen halben Tag nicht fotografieren.

Kurz nach meiner Rückkehr habe ich für die Reise zugesagt und ruckzuck lief der Gruppenchat heiß. Schon im Sommer 2019 waren Flüge, Unterkünfte und Mietwagen für die Reise Februar 2020 gebucht.

Nachdem alles gebucht war, waren die Lofoten nicht nur geographisch sondern auch gedanklich ewig weit weg. Als der Winter nahte, ging es los mit den Fragen: Hast Du alles, was Du für die Reise brauchst? Ist die Kamera bzw. sind die Objektive, die Du mitnehmen willst, geeignet für Polarlichter? Welche Bekleidung ist notwendig? Und. Und. Und.

Die Reise dauert zwei Wochen und so lange war ich ewig nicht unterwegs. Von daher war ich etwas angespannt und wollte wenig dem Zufall überlassen. Also schlug das G.A.S. (Gear Acquisition Syndrome) im Herbst/Winter zu. Ich habe frühzeitig mit dem Shoppen begonnen, damit nicht alles auf einen Schlag auf der Kreditkartenabrechnung auftaucht und ich vor der Reise noch genügend Zeit haben sollte, das neue Equipment zu testen. Was ist also neu im Hause Stein?

Stativ

Mein Reisestativ war bisher ein Sirui N1204. Das Stativ hat auf Island und anderen Reisen in Verbindung mit der Olympus O-MD E-M5 II oder später der Fuji X-T20 sehr gute Dienste verrichtet. Auf die Lofoten wollte ich aber eine Vollformatkamera mitnehmen, und es sollte etwas stabiler als das Sirui sein. Ich habe zwar noch ein uraltes Manfrotto MA055Pro mit Getriebeneiger, aber die Kombination wiegt über 4kg und fällt somit als Reisestativ aus.

Zuerst hatte ich das Rollei Lion Rock 25 im Visier, aber als die Traveller Reihe vorgestellt wurde, habe ich den 50% Rabattcode genutzt und das Rollei Lion Rock Traveller L gekauft.

Nach ersten Aufnahmen bei Windgeschwindigkeiten über 30 km/h könnte das Stativ stabiler sein. Aber wenn die Mittelsäule beschwert ist, reduzieren sich die Schwingungen auf ein erträgliches Maß – das ist eben wieder der Kompromiss zwischen Gewicht und Stabilität.
500 EUR

Haukland 5-in-1-Jacke

Die Jacke hatte ich mir direkt beim Erscheinen der ersten Version gekauft, da mich das Konzept mit den tausend Taschen und der aufeinander abgestimmten Zwiebeltaktik überzeugt hatte.
300 EUR

Grödel (Spikes)

Auf der Packliste, die die Lofotenreisenden vom letzten Jahr erstellt hatten, standen Spikes für die Schuhe. Also habe ich bei Globetrotter geschaut und die Wahl fiel auf die Snowline Chainsen Pro. Eigentlich wollte ich sie beim Skifahren im Januar testen. Genug Eis war dafür in den Alpen auf den Feldwegen in den Alpen vorhanden, aber ich war nicht viel Wandern.
40 EUR

DJI Mavic Mini

Im Gruppenchat gab es irgendwann die Diskussion, ob für eine Besteigung des Reinebringen Spikes genügen oder Steigeisen nötig sind. Im Reiseführer stand, dass auch wegen Lawinengefahr eine Besteigung im Winter nicht möglich/ratsam ist. Aus Spaß schrieb einer, dass man für den Preis von guten Steigeisen auch fast eine Drohne bekommt. Das war mein Stichwort und ich hatte die Mavic Mini bei Amazon vorbestellt.

Ich habe zwar eine alte Mavic Pro, aber damit bin ich weniger geflogen als ich es gerne getan hätte. Das lag vor allem am Gewicht. Mit Fotosachen im Rucksack war mir das zu viel Zusatzgewicht und was nützt einem eine Drohne, wenn man sie nicht dabei hat.

Testflüge wollte ich auf Malta machen, aber Amazon hat ein Tag vor Release eine Mail geschickt, dass der Liefertermin sich auf Ende Dezember verschieben würde. Das war natürlich zu spät für Malta und so habe ich die Bestellung storniert, habe beim DJI Store in Frankfurt angerufen und mir eine Mavic Mini zurücklegen lassen.

Auf Malta war es für die Testflüge zu windig und zu Hause hatte das Wetter nicht mitgespielt, wenn ich irgendwo hinfahren wollte, wo fliegen erlaubt ist. Somit wurde die Mavic Mini ohne einen einzigen Flug in den Koffer gepackt.
450 EUR

Tamron 17-28mm 2.8 für Sony E-Mount

Das Objektiv habe ich zwar mit den Lofoten im Hinterkopf gekauft, aber auch ohne die Lofotenreise hätte ich mir die Linse ohnehin gekauft. Das manuelle Samyang 14mm habe ich schon lange für die Sony Alpha 7-Serie und ein Weitwinkelzoom hatte mir noch gefehlt. Da ich 14mm als Ultraweitwinkel schon abgedeckt hatte, habe ich wegen Gewicht und Preise auf den einen Millimeter mehr Brennweite gegenüber 16-35mm von Sony verzichtet.

Bis jetzt habe ich den Kauf keine Sekunde bereut, da ich im Herbst damit sehr viel fotografiert habe und von der Bildqualität begeistert bin. Mit Blende 22 habe ich so oft direkt in die Sonne fotografiert und das Objektiv macht so gut wie keine Flares. Von daher landete es selbstverständlich im Fotorucksack für die Lofoten.
979 EUR

LowePro ProTactic BP 450 AW II Fotorucksack

Die schwierigste Kaufentscheidung vor der Reise war der Kauf eines neuen Fotorucksacks. Die letzten Jahre habe ich vor allem in Städten fotografiert und wenig Landschaftsfotografie gemacht und deshalb war für mich immer eine Maßgabe, dass ein Fotorucksack nicht auf 5 Kilometer gegen den Wind nach einem Fotorucksack aussieht.

Die Anforderung nun war, dass der Rucksack ausreichend Platz bietet, dass neben der Ausrüstung auch noch Getränke, Verpflegung und ggf. noch eine Lage Kleidung für die Zwiebeltaktik hinein passt. Da andere aus der Reisegruppe federführend bei der Reiseplanung waren, hatte ich mich mit den Fotospots gar nicht groß beschäftigt und bin davon ausgegangen, dass wie auf Island es auch einmal ein paar Kilometer Fußmarsch vom Parkplatz zum Fotospot sein können. Deshalb war meine bevorzugte Variante, dass das Stativ zentral und nicht an der Seite des Rucksacks angebracht werden kann.

Bei Calumet in Frankfurt hatte ich einen Verkäufer sehr lange gebunden und habe das Für und Wider der verschiedenen Rucksäcke abgewogen. Im Vorfeld hatte ich mir natürlich im Internet schon angeschaut, welche Modelle in Frage kommen und im Laden wollte ich anschließend die Größe direkt vor Augen haben. (fn) Ein Kriterium war auch, dass der Rucksack im Flugzeug zur Not auch unter den Vordersitz passt falls in den Gepäckablagen kein Platz mehr ist.

Für die Lofotenreise ist es der LowePro ProTactic BP 450 AW II geworden. Da Optik keine Rolle für den Einsatz gespielt hat, hat mich das System mit den Bändern zum Befestigen von Zubehör und die Zubehörauswahl überzeugt. Obwohl sich eigentlich bei allen Fotorucksäcken der Innenraum individuell einteilen lässt, habe ich das Gefühl, dass für die Größe in den Rucksack mehr passt als in andere Rucksäcke. Der Rucksack ist bis auf den letzten Zentimeter ausgenutzt.

Der Rucksack erfüllt fast alle Anforderungen, die ich eingangs aufgelistet hatte. Ein extra Kleidungsstück passt allerdings nicht mehr hinein.
179 EUR

Apple AirPods Pro

Für Flug- und Zugreisen habe ich die Bose QuiteComfort 35 Kopfhörer und ich benutze sie nur an den Reisetagen. Den Rest der Zeit auf Reisen liegen sie nur ungenutzt in der Gegend herum. Der Fotorucksack für die Lofoten war beim Probepacken randvoll und für die großen Over-Ear-Kopfhörer war kein Platz mehr. Daraufhin war ich am Samstag vor der Abreise beim Apple Store im MTZ(fn) , um die AirPods Pro zu kaufen.
279 EUR

In Summe bin ich bei den ganzen Einkäufen seit Sommer 2019 bei fast 2.800 EUR. Das ist ja gerade mal so viel wie z.B. das Canon RF 15-35 2.8 kostet. 😉 Aber Scherz beiseite: Das Meiste hätte ich so oder so früher oder später gekauft. Die Spikes und der Rucksack sind vor allem speziell für diese Reise und das sind 218 EUR. Was ich so gesehen habe, würde eine geführte Fotoreise auf die Lofoten etwa 1.000 EUR mehr kosten als unsere selbstgeplante Reise und dafür sind wir zwei Wochen und nicht nur eine Woche unterwegs. Habe ich das jetzt nicht exzellent schön gerechnet?

1 Kommentar zu “Vorbereitung Lofoten – Das G.A.S. schlägt zu

  1. Pingback: Fotografieren in Zeiten von Corona #4 – Thomas Stein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.