Timelapse in Sevilla

Am Ende des Workshops in Lissabon hatte ich einfach nur zum Spaß am letzten Tag morgens kurz eine Kompaktkamera auf ein Mini-Stativ gestellt und ein paar Minuten Bilder für einen Zeitraffer gesammelt. Das ein paar Sekunden lange Filmchen kamen so gut an, dass ich mir für den Workshop in Sevilla vorgenommen hatte, mehr Zeitrafferaufnahmen zu machen.

Da es in Sevilla ein Fotoworkshop war und jeden Tag von morgens bis abends Programm war, blieb wenig Zeit für Zeitrafferaufnahmen und wenn ich daran gedacht habe, habe ich dafür die wenige freie Zeit genutzt. In der Kamera konnte ich gleich die Videosequenzen erstellen lassen und im Laufe der Woche habe ich schon gemerkt, dass ich im Gegensatz zu einem einzelnen Foto auf andere Dinge achten muss.

Als Beispiel nehme ich die Sequenzen von der Setas am Ende des Videos. Bei der Roll- und Freitreppe habe ich neben der vertikalen Bewegung auf der Rolltreppe sehr viel Unruhe durch die horizontal kreuzenden Personen. Deshalb habe ich mir für die allerletzte Sequenz einen Standpunkt gesucht, bei dem ich die Bewegung im Bild habe, aber wenig Bewegung direkt vor mir ist.

Außerdem habe ich den Bildschnitt ähnlich wie bei einem Foto gewählt. Damit hatte ich beim Einpassen auf 16:9 von der 4:3-Auflösung des Micro-Four-Third-Sensors nur wenig Spielraum für den sogenannten Ken Burns-Effekt. Bei einem größeren Bildausschnitt wären für ein Full-HD Video immer noch genügend Reserven gewesen.

Die Aufnahmen habe ich alle mit einer Panasonic-Kamera und nur dem Pancake Kit-Objektiv gemacht. Dadurch war das Setup sehr klein und leicht. Dazu kommt noch, dass Panasonic und Olympus den Silent Mode haben und die Kamera geräuschlos auslöst. Dadurch steht man neben dem Stativ einfach dumm in der Gegend herum und die Passanten denken wahrscheinlich, dass man auf irgendwas wartet.

Nachdem die Aufnahmen im Kasten waren, musste das ganze noch in einem Film gepackt werden. Das letzte Mal, dass ich einen Film geschnitten habe, war 2006 mit Final Cut Express. Weil ich – wie in den Zielen für 2017 angekündigt – mehr mit Video machen möchte, habe ich gar nicht erst versucht, das alte Final Cut Express unter MacOS 10.12 zum Laufen zu bekommen, sondern direkt in Final Cut Pro X investiert. Gegenüber damals hat sich einiges getan, aber trotzdem habe ich mich auf Anhieb ganz gut zurechtgefunden.

Da es das erste Timelapse-Video und das erste zusammengeschnittene Video seit Jahren ist, bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Wie man an diesem Beitrag erkennt, schaue ich selbstkritisch auf das Werk und weiß, dass ich noch meilenweit von so manchen Zeitrafferfilmchen entfernt bin, die ich gerne bei YouTube oder Vimeo schaue. Zumindest ist ein Anfang gemacht und die ersten Erfahrungen/Erkenntnisse habe ich wie bereits beschrieben jetzt gesammelt.

2 Kommentare

  1. Christine

    Wunderbares Gewusel!
    Hattest Du nicht auch eine Einstellung mit Blick Rolltreppe aufwärts?

  2. Danke.

    Ich habe nur ein Timelapse aufgenommen und nicht verwendet und das war die Rolltreppe an der Setas wie im Video nur von der anderen Straßenseite aus. Das hatte ich aber zu oft Autos in groß im Vordergrund, so dass ich mich für die Sequenz entschieden habe, wo Fußgägner im Vordergrund sind. Die sind zwar auch groß, aber nicht so störend wie die Autos.

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