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Fotografieren in Zeiten von Corona #1

FotografInnen sind oft ein reisefreudiges Völkchen. Dieser Tage ist alles anders bzw. über die letzten Wochen anders geworden.

An Städtereisen ist nicht zu denken, auch wenn die Innenstädte laut Medienberichten sehr verweist sind und theoretisch Sehenswürdigkeiten ohne viele Menschen aktuell zu fotografieren wären. Ins Ausland kann man ohnehin nicht mehr fahren, aber auch auf Städtetrips innerhalb Deutschlands habe ich aktuell keine Lust. Dafür laufen leider zu viele Idioten herum, die ein Mindestabstand von zwei Metern nicht interessiert. Gestern war ich nur kurz Lebensmittel einkaufen und bei der Bäckerei hat sich ein Typ fast an mich herangerückt, um die Auslage zu begutachten, obwohl ich zu dem Zeitpunkt der einzige Kunde war.

Eigentlich hatte ich für Ende des Monats eine Fotoreise gebucht, aber diese wurde abgesagt, da Grenzen geschlossen wurden und es Einreiseverbote aus Deutschland gab. Auch wenn die Anreise noch möglich gewesen wäre, hätte ich die Reise nicht angetreten. Die Entwicklung zum Zeitpunkt der Absage war so dynamisch, sodass nicht abschätzbar war, ob oder wie eine Rückreise stattfinden könnte.

Am 1.3.2020 bin ich noch von einer Reise nach Hause geflogen. Seitdem bin ich weder geflogen noch mit dem Zug oder ÖPNV gefahren und habe auch eine Konzertkarte verfallen lassen, bevor Veranstaltungen mit zu dem Zeitpunkt mehr als 1000 Teilnehmern offiziell untersagt wurden.

Trotzdem war ich am Sonntag bei dem Frühlingswetter unterwegs zum Fotografieren. Es ging in Richtung Rheinhessen und wir waren zu zweit. Normalerweise wären wir mit einem Auto gefahren, aber so waren wir mit zwei Autos unterwegs. In der Landschaftsfotografie in den Weinbergen lässt sich ein Mindestabstand einfach einhalten und es lassen sich Ziele ansteuern, in denen keine Menschen unterwegs sind.

Wie meinte ein Freund von mir letzten Freitag: „Da muss man nun wohl wieder mehr Landschaften und Blümchen fotografieren…“.

In Assmannshausen am Rhein waren die Terrassen der Winzerstube sehr gut besucht (so sah es zumindest aus dem Auto heraus aus) und bei anderer Gastronomie, die am Tag auf dem Weg lag, sah es aus wäre überall Business as usual.

Gestern nach dem Einkaufen war ich noch eine größere Runde durch die Felder zurück nach Hause gelaufen und habe dabei ein wenig bei der tiefstehenden Sonne fotografiert.

Frankfurt lädt zum Wandern
Während sich das ganze Bundesland den Kopf über mögliche Freizeitaktivitäten zerbricht, wird in Frankfurt gehandelt. Die Stadt empfiehlt allen Menschen mit Bewegungsdrang, auch weiterhin den Grüngürtel rund um die City für Ausflüge zu nutzen. Wandern, Fahrradfahren, Skaten, das sei alles auch in Zeiten von Corona erlaubt. “Ich bitte aber auch dort darum, die bekannten Empfehlungen bezüglich sozialer Kontakte zu achten. Auch wenn es sicher dort nun noch voller wird als üblich”, ermahnte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

hessenschau.de (17.03.2020)

Am Abend wurde ich beim Chatten in einer Fotogruppe mit „Schau auf Dich, Thomas“ kritisiert. Auch wenn ich vor der Tür war, versuche ich immer so wenig Menschen wie möglich zu begegnen und möglichst viel Abstand zu anderen Menschen zu halten. So viel Zickzack bin ich noch nie in der Fußgängerzone gelaufen wie gestern. Mit dem Verhalten entspreche ich den aktuellen Hinweisen der Stadt Frankfurt, und ich denke, dass ich gegenüber vielen anderen verantwortungsbewusst handle.

Zu Beginn des Fotoausflugs am Sonntag waren wir an den Spotterpoints am Frankfurter Flughafen und da standen sie zum Teil dicht gedrängt. Trotzdem war genug Platz, um sich auch mit dem nötigen Abstand dort aufzuhalten.

Auf dem Heimweg hatten wir zum Sonnenuntergang auf dem Feldberg angehalten und dort standen haufenweise Jugendliche dicht an dicht, um Selfies zu machen.

Im Moment haben wir noch die Situation, dass es keine Ausgangssperre gibt. Daher sollten wir alle sehr verantwortungsvoll handeln, um diesen Luxus noch möglichst lang genießen zu können. Solange wir noch rausgehen dürfen, bietet es sich die Landschaftsfotografie vor der Haustür an sofern man über ein Auto verfügt. Auch wenn die Züge und Busse aktuell teilweise ziemlich leer sind, meide ich den ÖPNV.

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